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Beethoven
Erregt
Inspiriert
Berührt
Überwältigt
Provoziert
Erstaunt
bewegt

BALD ZU ERLEBEN IM

KUNSTHISTORISCHEN
MUSEUM WIEN

Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert in Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine durchaus ungewöhnliche Hommage an Ludwig van Beethoven (1770–1827).

Beethovens universelle und einzigartige Rezeption, die epochale Bedeutung seiner Musik, aber auch die Wahrnehmung seiner ikonengleich stilisierten Person lassen eine Unmenge von Anknüpfungspunkten zu; Hoch- und Populärkultur, Kommerz und Politik nützen ein nahezu unerschöpfliches Reservoir zur Inspiration oder auch Vereinnahmung.

Die Ausstellung bringt Gemälde von Caspar David Friedrich, Skizzenbücher J. M. W. Turners, Grafiken von Francisco de Goya, Anselm Kiefer und Jorinde Voigt, Skulpturen von Auguste Rodin, Rebecca Horn und John Baldessari sowie eine für die Ausstellung entwickelte neue Arbeit Tino Sehgals, ein Video von Guido van der Werve u. v. m. ins Gespräch mit der Musik, kostbaren Autographen und der Person Beethovens. Sie schlägt so eine Brücke bis zur Gegenwart: Meisterwerke der Bildenden Kunst gehen Verbindungen mit Musik und Stille ein.

STIMMEN SIE SICH EIN AUF „BEETHOVEN BEWEGT“ – MIT PODCAST & PLAYLIST AUF SPOTIFY

Beethoven bewegt – selbst, wenn um uns herum gerade alles still zu stehen scheint. Das gilt auch für unsere große Beethoven-Ausstellung, deren Start für 25. März geplant war und die wir nun aus gegebenem Anlass auf einem unbestimmten Zeitpunkt verschieben müssen. Um Ihnen die Wartezeit zu verkürzen, bieten wir Ihnen auf Spotify schon jetzt einen PODCAST sowie eine PLAYLIST zu Beethoven an – hören Sie rein und entdecken Sie Beethoven auf vielfältige Art ganz neu…

Baldesari im Kunsthistorischem Museum Wien

Geplante Veranstaltungen

Gesprächskonzerte in der Kuppelhalle

Montag, 27. April, 19 Uhr

Iconosonic Beethoven

Die Werkreihe der ICONOSONICS arbeitet an den zu „Bildern mit fixierter Bedeutung“ gewordenen musikalischen Figuren und Gesten.

Grundlage bilden dabei sowohl die aus dem Barock stammende musikalische Rhetorik als auch die akustischen Bilder der Programmmusik des 19. und 20. Jahrhunderts und die daraus entstandenen kodifizierten Bildklänge der rezenten Film- und Gebrauchsmusik. „Musikalische Figur für mich neu zu fassen heißt, sie nicht als ein zur Verfügung stehendes Gestaltungsmittel zu verstehen, sondern sie aus ihrer historischen Geprägtheit neu zu gestalten, den Prozess zu durchlaufen, durch den die ‚Figur‘ die alte Haut abschüttelt und zu einer neuartigen, spezifischen Erscheinung gelangt.“ (Clemens Gadenstätter)

Clemens Gadenstätter, Figure – Iconosonics 1
Für Klarinette, Streichtrio und Klavier (Klangforum Wien)
Dirigent: Klangforum Wien, Cond. Andreas Eberle
Im Anschluss: Bernhard Günther (Wien Modern) im Gespräch mit Clemens Gadenstätter.

lehrt an der Musikuniversität Graz als Professor für Analyse, Musiktheorie und Komposition. Zentrales Arbeitsvorhaben ist für ihn die kompositorische Resynthese der Empfindungen. Diese verbindet für ihn die Dreiheit von Hören, Verstehen und Komponieren. Zuletzt beschäftigte sich Gadenstätter mit der Transformation von akustisch ausgelösten, präformierten Empfindungen (Werkreihe E.P.O.S.: les premiers cris, les cris des lumières, les derniers cris); mit dem Begriff des Banalen (Semantical Investigations 1&2 bzw. den Essay Was heißt hier banal) sowie mit der Polymodalität des Hörens (häuten, schlitzen für Streichquartett 1&2, ES für Stimme und Ensemble etc.). Gadenstätter erhielt Aufträge von: Donaueschinger Musiktage, Musik der Jahrhunderte – Stuttgart, WDR – Wittener Tage für neue Kammermusik, Wien Modern, ORF/RSO, Musikbiennale Berlin, Salzburger Festspiele, Musikbiennale Salzburg, Steirischer Herbst, Ultima – Oslo u.a.

ist seit 2016 Künstlerischer Leiter des Festivals Wien Modern. Seit 2012 leitet er ebenfalls das 2015 erstmals an die Öffentlichkeit getretene Festival ZeitRäume Basel – Biennale für neue Musik und Architektur, 2004–2016 war er als Chefdramaturg der Philharmonie Luxembourg u.a. für das Festival rainy days verantwortlich. Als leidenschaftlicher Besucher und Veranstalter von Konzerten unterschiedlichster Genres und Formate, als Autor, Herausgeber, Dramaturg und Kurator für verschiedene Verlage, Medien und Veranstalter und als Jurymitglied setzt er sich seit über 25 Jahren intensiv mit neuer Musik und ihrem Umfeld auseinander.

http://www.clemensgadenstaetter.eu
https://www.kairos-music.com/cds/0015006kai
https://www.klangforum.at
https://wienmodern.at

Montag, 18. Mai, 19 Uhr

Caprichos Goyescos

Ausgangspunkt dieser Gitarrenmusik sind die Los Caprichos von Francisco de Goya. Die 1799 in Madrid veröffentlichte Folge von 80 Radierungen „steht am Anfang der Moderne und markiert zugleich einen ihrer Höhepunkte“ (Werner Hofmann).

Jürgen Ruck hat vor knapp zwanzig Jahren begonnen Komponistinnen und Komponisten zu bitten, für ihn Stücke für Gitarre solo zu jeweils einem der Caprichos zu schreiben. Über 40 Kompositionen sind auf diese Weise entstanden, von denen passend zu den ausgestellten Grafiken eine Auswahl zu hören sein wird.

Jürgen Ruck, Caprichos Goyesco
Neue Kompositionen für Solo-Gitarre nach den Radierungen von Francisco de Goy
Im Anschluss: Wilhelm Sinkovicz (Die Presse) im Gespräch mit Jürgen Ruck

ist Professor für Gitarre an der Musikhochschule Würzburg. Das Repertoire von Jürgen Ruck umfasst Musik vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Als Solist spielte er etwa mit dem Berliner Philharmonischen Orchester, dem Scharoun Ensemble, dem Ensemble Intercontemporain Paris, der London Sinfonietta, Phace|contemporary music Wien und den Rundfunkorchestern des WDR, NDR, SWR, SR, RAI Mailand und ORF Wien. Jürgen Ruck engagiert sich besonders für die zeitgenössische Musik: als Gitarrist des Ensemble Modern sowie in der Zusammenarbeit mit Komponisten wie György Kurtág, Helmut Lachenmann oder John Adams. Das bedeutende Schaffen Hans Werner Henzes für Gitarre bildet einen besonderen Schwerpunkt seines Repertoires. Die CD-Einspielung dieser Werke erhielt den Schallplattenpreis ECHO KLASSIK 2000 in der Kategorie „Solistische Einspielung des Jahres“ für Musik des 20. Jahrhunderts.

studierte Komposition und Musikwissenschaft in Wien. Seit 1984 ist er Musikkritiker der Tageszeitung Die Presse. Gestaltung zahlreicher Rundfunksendungen. Jahrelange Unterrichtstätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK, ehemals Konservatorium) sowie dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Buchpublikationen über Arnold Schönberg, Johann Strauß, die Wiener Staatsoper u. a.

Dienstag, 9. Juni, 19 Uhr

Leonore Prohaska - Eine unvollendete Revolutionsoper Ludwig van Beethovens

Susana Zapke und Thomas Macho diskutieren über Beethovens Auseinandersetzung mit der Geschichte der Offizierstochter Eleonore Prochaska, die unter dem Pseudonym August Renz im Jahr 1813 in die Freiheitskriege gegen Napoleon zog. Für König und Vaterland gefallen, als Heldenjungfrau gefeiert, spiegeln sich in dieser weiblichen Figur charakteristische mythische Diskurse des 19. Jahrhunderts. Warum sich Beethoven wieder einmal dieser weiblichen Typologie annimmt um eine letztendlich unvollendete Revolutionsoper zu schreiben, die auch noch mit der Figur der Leonore aus Fidelio (1805/1806/1814) – dessen Vorlage wiederum die Oper Léonore, ou l’amour conjugal war - einige gemeinsamen Züge teilt, soll im Gespräch näher erläutert werden.

Schauspielmusik (Fragment, 1815) zu dem Drama von J. F. L. Duncker
(Ur-)Aufführung unter der Leitung von Wolfgang Dosch und Niels Muus,
Studierende der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK, MA-Oper)
Leonore: Sepideh Eslambolchi
Krieger: Namil Kim, Jongmin Kim, André Aguir Angenendt, Muratcan Atam
Klavier: Rafael Salas Chia
Im Anschluss: Susana Zapke (MUK) im Gespräch mit Thomas Macho (IFK).

forschte und lehrte am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2016 leitet er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) der Kunstuniversität Linz in Wien. 2019 wurde er mit dem Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Zu seinen Monographien zählen: Das Leben ist ungerecht (2010); Vorbilder (2011); Schweine. Ein Portrait (2015); Das Leben nehmen. Suizid in der Moderne (2017)

ist Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK). Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben der Mediävistik (9.-15. Jh.), die Musik des 20. Jahrhunderts und die Musik im urbanen Raum - Symbolpolitik und Stadtimages mit Fokus auf Wien sowie Beethovens visuelle Rezeptionsgeschichte. Zuletzt erschienen: Beethoven visuell. Der Komponist im Spiegel bildlicher Vorstellungswelten, gem. mit W. Telesko und S. Schnidl (2020)